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Copytrading - Fluch oder Segen

Viele haben sicherlich schon einmal davon gehört oder es selbst ausprobiert : Copytrading (Social Trading).

Doch was ist das überhaupt? Was gibt es zu beachten? Wie kann man es nutzen und was für Fallstricke und Risiken gibt es?

 
Nach Anfrage des Brokers TegasFX haben wir uns entschieden eine informative Reihe über dieses Thema zu machen und auch die Trader auf der TegasFX Plattform unter die Lupe zu nehmen. Wir starten mit unserer Social Trading Reihe mit allgemeinen Fragen, Tipps zur Risikominimierung und analysieren im späteren Verlauf einige Trader.

Was ist Copytrading überhaupt?

Copytrading ist aktuell bei vielen Brokern möglich. Beim Copytrading erstellt man als Nutzer ein meist spezielles Handelskonto, welches man anschließend mit dem Trader seiner Wahl verbinden kann.

Anschließend werden alle Trades vom Konto des Traders automatisch auf das eigene Konto kopiert. Egal ob Verlust oder Gewinntrades – man nimmt die volle Schwankungsbreite mit. Bei Gewinnen fällt in der Regel eine sog. Performance-Fee an.

Was ist die Performance Fee?

Werden Gewinne erzielt, erhält der Trader (von dem die Trades kopiert werden) einen Teil der Gewinne. Dieser Anteil liegt üblicherweise zwischen 10% und 30% der Gewinne. Höhere Anteile sind extrem ungewöhnlich und stellen unserer Meinung nach kein faires Verhältnis dar (da man als Kunde ja den Verlust logischerweise zu 100% trägt).

Beispiel: Werden zb an einem Tag 300€ Gewinn erzielt und es sind keinen Positionen offen, erhält der Trader (FEE 20%) 60€. 240€ sind der Kundenanteil.

Dabei kommt normalerweise die sog “High Water Mark” ins Spiel. Das bedeutet, dass stets nach der Equity abgerechnet wird. Sind Verlusttrades offen, zählen die in das Ergebnis.

Auch hier ein kurzes Beispiel:

Der Trader schließt Trades mit 300€ Gewinn aber es sind noch Trades mit Minus 200€ offen. Diese werden mit eingerechnet und letztlich nur 100€ Gewinn angerechnet.

Habe ich als Kunde vollen Zugriff auf mein Konto?
Natürlich – das Konto ist und bleibt nur für den Kunden voll zugreifbar. Es werden lediglich die Trades vom “Masterkonto” des Copytraders kopiert. Man kann zu jederzeit den Trader abkoppeln, Trades schließen oder manuell eingreifen.
Ferner bieten die meisten Broker individuelle EInstellungen an. So kann man beispielsweise oftmals einen Hardcut einsstellen (maximales Risiko) oder einen bestimmten Verlust, der im Extremfall realisiert wird und das Konto anschließend automatisch vom Trader abgekoppelt wird.
Auch besteht bei vielen Brokern die Möglichkeit eine sog. “Proportionalität” einzustellen – zb. das die Trades vom Masterkonto mit einem gewissen Faktor kopiert werden. Beispielsweise mit doppelter oder halber Lotgröße. Dabei muss natürlich gesagt sein, dass jeder Faktor über 1 natürlich das Risiko enorm erhöht (wenn auch etwaige Gewinne höher ausfallen).

Vor – und Nachteile von Copytrading

Klingt bis dato alles einfach und alles zu schön um wahr zu sein? Ein fremder Trader tradet das eigene Konto groß und man muss nicht einmal was machen. Cool oder? Doch wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten…

 

Beginnen wir mit einigen Vorteilen.

 

Vorteile:

  • wenig Zeitaufwand, da die Trades automatisch kopiert werden
  • Gewinne liegen natürlich durch die Performance Fee im Sinne des Copytrading-Anbieters (Traders)
  • ohne eigene Trading Skills an der Börse partizipieren

 

Kommen wir nun zu den Nachteilen.

Nachteile:

  • keine Regulierung oder Prüfung der Trader. Jeder (egal ob gut oder schlecht) kann Copytrading anbieten
  • mind 80% der Trader scheitern auf lange Sicht
  • Gier – viele Trader scheitern nicht am Können, sondern womöglich an der Gier oder dem Druck mehr Gewinne erzielen zu wollen, um mehr Fee zu erhalten.

Wie kann man die Risiken minimieren?

Eines sei direkt gesagt. Trading an sich ist riskant. An der Börse verlieren weitaus mehr Menschen, als dass Gewinne – schon hier tritt das Pareto-Prinzip (80-20) zutage. Sprich 80% der Trader verlieren ihr Geld. Das gleiche gilt für Copytrader! Man muss also den Trader, den man kopieren möchte, mit Bedacht auswählen.

 

Folgende Schritte grenzen zumindest das Risiko etwas ein.

 

  1. Analyse des Traders (mehr dazu im nächsten Blogartikel).
  2. Das eigene Konto dennoch überwachen – am besten täglich.
  3. Fixer Hardcut + Abbindung bei einem gewissen Drawdown. Hier spielt natürlich das Gewinn-Drawdown Ratio eine Rolle. Ein Trader mit 25% Performance pro Monat geht zwangsläufig mehr Risiko ein und hat in der Regel von Haus aus einen höheren Drawdown, wie ein Trader, der im Schnitt 4% pro Monat erzielt. Dennoch sehe ich persönlich 30% als guten Richtwert.
  4. Nur Risikokapital einsetzen. An der Börse darf sowieso das Geld für die Handelskonten NIE NIE NIE in der Haushaltskasse fehlen oder vom Sparbuch genommen werden. Dein Tradingkapital ist IMMER Risikokapital! Wenn du das Geld für den Familienurlaub benötigst – lass es!
  5. Diversifikation. Wie bei z.b. Aktien macht es auch beim Copytrading mitunter Sinn, sein (fürs Copytrading geplantes) Risikokapital auf mehrere (zuvor analysiere) Trader zu verteilen und so das Risiko zu streuen.

So – das war der erste Teil unserer Social Trading Reihe. Wie erwähnt gibt es hier viel Licht, aber auch extrem viel Schatten! Im nächsten Blogbeitrag widmen wir uns dem Thema, wie Du Copytrader sinnvoll analysieren kannst.

Hinweis:

Die Reihe über Social Trading erstellen wir in Kooperation mit TegasFX. Wir berichten natürlich möglichst objektiv.

Unsere Artikel stellen keine Anlagebereatung dar und sind keine Aufforderung zu einer Anlage oder Invest in eines der vorgestellten Handelysysteme

Maximalen Erfolg!

Michael – Team PimpYourTrading

Das ist Michael Goder

Das ist Michael Goder

Michael Goder beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Finanzmärkten. Als aktiver Trader gründete er bereits mehrere Firmen im Bereich Trading & Softwareentwicklung.
Für PimpYourTrading schreibt er regelmäßig Artikel und bereitet die STOCK'z ANALAYSEMAIL vor.

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